Hintergründe zum Verwahrentgelt

Warum die Zinsen so niedrig sind

Die andauernde Negativzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) belastet Banken ebenso wie Sparer. Je länger diese Geldpolitik bestehen bleibt, desto schwieriger wird es für die Banken, ihre Kunden vor der Weitergabe eines sogenannten Verwahrentgeltes, das sie selbst an die EZB zahlen müssen, zu schützen. Mit unserer Genossenschaftlichen Beratung bieten wir Ihnen professionelle Unterstützung bei Ihrer Anlagestrategie, um diese individuell an Ihre Ziele und Wünsche anzupassen und Verwahrentgelte zu vermeiden.

Ursachen & Hintergründe

Die EZB-Zinspolitik und ihre Auswirkungen

Die Europäische Zentralbank legt die Geldpolitik für die 19 Länder des Euroraums fest. Seit Juni 2014 liegt der EZB-Leitzins im Minusbereich, wodurch Banken Minuszinsen zahlen müssen, wenn sie Geld bei der EZB angelegt haben. Inzwischen können viele Kreditinstitute es betriebswirtschaftlich nicht mehr verantworten, den Negativzins in vollem Umfang zu tragen.

Durch die Zinspolitik hat sich der Refinanzierungsmarkt für einzelne Kreditinstitute stark verändert. Großbanken können am Kapital- und Geldmarkt mittlerweile günstiger Kredite aufnehmen, als durch die Hereinnahme von Einlagen ihrer Kunden. Was die regionalen Genossenschaftsbanken, die sich fast ausschließlich über genau diese Kundeneinlagen refinanziert, besonders stark tangiert.

Um auch künftig wettbewerbsfähig zu bleiben und unser Haus vor den betriebswirtschaftlichen Risiken einer sich immer stärker abzeichnenden Enlagen-Überflutung zu schützen, mussten auch wir handeln.  

Quelle: Bundesverband der Deutschen Volksbanken Raiffeisenbanken (Stand: Oktober 2019)


Ultima Ratio

So haben auch wir uns als Ultima Ratio für die Einführung eines Entgeltes zur Verwahrung hoher Guthaben im Privat- wie auch im Unternehmenskundengeschäft entschieden - für neue Kunden gültig ab dem 1. Februar 2020 und für bestehende Kunden ab dem 1. Mai 2020.

Hohe Freibeträge und faire Alternativen

Um die Zahlung eines solchen Entgeltes von vornherein zu vermeiden, setzten wir jetzt noch stärker auf unsere genossenschaftliche Beratung: also auf individuelle Anlagevorschläge, die ein optimales Verhältnis zwischen Rendite, Sicherheit und Verfügbarkeit bieten.

Zum Schutz unserer Kunden vor der generellen Zahlung eines Verwahrentgeltes, räumen wir zudem hohe Freibeträge ein:

  • für Privatkunden: 110.000 Euro (100.000 auf einem Geldmarkt-, einem Spar- oder einem Girokonto sowie 10.000 Euro pro Girokonto)
  • für Unternehmenskunden: 210.000 Euro (200.000 Euro auf einem Business- oder Geldmarktkonto sowie 10.000 Euro zusätzlich pro Businesskonto)
 
    Damit wird das Entgelt nur für die Verwahrung großer Anlagesummen fällig. Es beträgt aktuell 0,5 Prozent pro Jahr auf die den Freibetrag übersteigende Summe und errechnet sich aus dem Quartalsdurchschnitt.
 

Verwahrentgelt vermeiden

Faire Lösungen für Sie

Als Anleger sollten Sie jetzt Ihre Strategie überdenken, um die Zahlung von Verwahrentgelt zu vermeiden. Wir unterstützen Sie dabei. Im Rahmen unserer Genossenschaftlichen Beratung besprechen wir mit Ihnen auf Augenhöhe, wie Sie Ihre individuelle Vermögensanlage so ausrichten können, dass Sie Verwahrentgelte mindern oder vermeiden. In einem partnerschaftlichen Gespräch stellen wir nicht einzelne Produkte in den Mittelpunkt, sondern Sie mit Ihren Zielen und Wünschen. Vereinbaren Sie daher gerne einen Termin.

Häufige Fragen zu Negativzinsen

Warum liegen die Zinsen unter null Prozent?

Die Europäische Zentralbank (EZB) legt für die 19 Länder des Euroraums die Geldpolitik fest. Eine Kernaufgabe der EZB ist es, für stabile Preise zu sorgen. Ein wichtiges geldpolitisches Steuerungsinstrument dafür ist der Leitzins. Ist der Leitzins niedrig, sind auch die Zinsen für Kredite und Einlagen niedrig. Seit Juni 2014 hat die EZB erstmals den Einlagenzins in negatives Terrain gedreht. Seither müssen Banken auf Geld, das sie bei der EZB hinterlegen, Zinsen bezahlen. Je länger diese Geldpolitik bestehen bleibt, desto schwieriger wird es für die Banken, ihre Kunden vor der Weitergabe des Negativzinses zu verschonen.

Wer sind die Gewinner und die Verlierer der Zinspolitik?

Gewinner der Negativzinsen ist in erster Linie der deutsche Staat. Er kann sich so günstig verschulden wie nie, bekommt sogar noch Geld fürs Schuldenmachen. Von den negativen Renditen des Bundes profitieren aber auch all jene, die sich Geld für einen Kredit leihen – Unternehmen ebenso wie Verbraucher.

Verlierer sind Deutschlands Zinssparer. Vor allem diejenigen, die sich Geld fürs Alter über festverzinsliche Anlagen auf die Seite legen wollen. Klassische Sparanlagen wie Tages- oder Festgeld sowie Anleihen bester Bonität bleiben wegen des Minuszinses auf absehbare Zeit unattraktiv.

Was sollten Anleger jetzt tun?

Anleger sollten jetzt aktiv ihre Geldanlagestrategie überdenken und bei ihrer Bank ein Beratungsgespräch in Anspruch nehmen. Mit unserer Genossenschaftlichen Beratung bieten wir Ihnen professionelle Unterstützung bei Ihrer Anlagestrategie, um diese individuell an Ihre Ziele und Wünsche anzupassen und Verwahrentgelt zu vermeiden.