10.000 Euro - Volksbank treibt die integrative Donau-Schifffahrt an

Der „Ulmer Spatz“ war vom Aussterben bedroht – bis die ADIS gGmbH, eine Tochter der Lebenshilfe Donau-Iller e.V., das alte Schiff kaufte, restauriert und zu einem Inklusionsprojekt macht. Die Volksbank Ulm-Biberach eG wurde im Rahmen ihrer Jubiläumsprojektes „Fortschritt bewahren“ auf die Aktivitäten von Markus Ostheimer und seinem Team aufmerksam. 2013 wechselte der nicht mehr fahrtüchtige „Ulmer Spatz“ in den Besitz der ADIS. Mit einer Spende in Höhe von 10.000 Euro konnte jetzt das neue „Herz“, eine Dieselmotor, teilfinanziert werden – ein weiterer Schritt hin zum Erhalt dieses Stückes Tradition auf der Donau.

Das Projektteam „Ulmer Spatz“ mit Ralph P. Blankenberg (rechts), Sprecher des Vorstandes der Volksbank Ulm-Biberach eG, Klaus Thanner, Ausbildung der Crew, Josef Braun, Innenausbau, Markus Ostheimer, Geschäftsführer ADIS gGmbH, Manfred Müller, technische Projektleitung und Edith Doleschel, zukünftige Kapitänin.

Ulm, Mai 2014. Technische Mängel und verschärfte Sicherheitsvorschriften bedeuteten 2011 das Aus für den „Ulmer Spatz“ – das Schiff, das zuvor fast 60 Jahre Menschen in Ulm und Neu-Ulm auf der Donau bewegte. Markus Ostheimer, Geschäftsführer der ADIS gGmbH, hatte die Idee, das 1935 gebaute Schiff komplett zu sanieren und zu einem Inklusionsprojekt zu machen.

Neben einem Team von Experten wurden von Anfang an Menschen mit Behinderungen eingebunden. Bei der Restaurierung war ihre Mitwirkung wertvoll: Sie waren es, die beispielsweise die dreischichtige Grundierung anbrachten und auch die neuen originalgetreu nachgebauten Sitzbänke wurden von ihnen in den Werkstätten der Lebenshilfe gebaut. Sie sind es auch, die ausgebildet zu Hilfskapitänen die Passagiere zukünftig bei ihren Fahrten auf der Donau begleiten werden.

So wurde das Dach des Schiffs 15 cm höher gesetzt, um einen barrierefreien Einstieg zu ermöglichen – damit auch Rollstuhlfahrer eine Fahrt auf der Donau genießen können. Der überaus aufwendig und soweit irgend möglich originalgetreu restaurierte „Ulmer Spatz“ bietet Platz für ca. 50 Fahrgäste. Die Jungfernfahrt ist zum Nabada geplant. Danach soll der „Spatz“  bis Ende Oktober auf der Donau zwischen Metzgerturm und Friedrichsau im Einsatz sein. Gestartet wurde jüngst mit der Ausbildung der Hilfskapitäne.

„Die Fahrgäste sollen spüren, dass auch Menschen mit Behinderung Großes leisten können.“ so Markus Ostheimer, der mit diesem Projekt dazu beitragen möchte, dass im „Miteinander“ Barrieren abgebaut werden. Er rechnet damit, dass der „Ulmer Spatz“ zukünftig ca. 10.000 Fahrgästen im Jahr bewegen wird und hat drei Nutzungskonzepte entwickelt: Der „Schlaue Spatz“ für Schulklassen, der „Fest-Spatz“ für Events, die auch am Abend stattfinden können, und der „Kultur-Spatz“ für Touristen.