Hilfe für Geflüchtete

Die Seelsorgeeinheit Ulm-Basilika im Gespräch mit der Volksbank Ulm-Biberach eG

Krieg, Verfolgung, Unterdrückung - es gibt zahlreiche Gründe, warum täglich tausende von Menschen aus ihrer Heimat fliehen. Auf der Suche nach einem besseren, vor allem aber sichereren Leben begeben sie sich auf einen gefährlichen Weg in ein fremdes Land. In Deutschland angekommen steht den Geflüchteten ein langer, schwieriger Prozess der Integration bevor. Darüber, und wie jeder Einzelne helfen kann, tauschten sich Vertreter der Seelsorgeeinheit Ulm Basilika und der Volksbank Ulm-Biberach eG aus.  

Im Bild zu sehen von links nach rechts: Franz Barth ( ehrenamtlicher Helfer und aktives Mitglied der Kirchengemeinde), Dekan Ulrich Kloos (kath. Pfarramt St. Martin) und Stefan Hell (Vorstandsmitglied der Volksbank Ulm-Biberach eG)

Ulm, 04. Oktober 2017. Sehr herzlich wurde Stefan Hell, Vorstandsmitglied der Volksbank Ulm-Biberach eG, von Dekan Ulrich Kloos, Pfarrer der katholischen Seelsorgeeinheit Ulm-Basilika in Wiblingen, sowie Franz Barth, ehrenamtlicher Helfer und aktives Mitglied der Kirchengemeinde, auf dem imposanten Klosterareal in Wiblingen empfangen. Die Freude über das Aufeinandertreffen ist groß, denn schon seit mehreren Monaten stehen die Herren im persönlichen Kontakt. Der Grund: Flüchtlingshilfe.

Ein neues zu Hause für eine Flüchtlingsfamilie

Auf der Suche nach einer Wohnung für eine achtköpfige Familie aus dem Irak fand die Seelsorgeeinheit Ulm-Basilika in der Genossenschaftsbank einen gleichgesinnten Partner. „Als uns die Anfrage bezüglich der Bereitstellung einer Wohnung über die Seelsorgeeinheit Ulm-Basilika durch Dekan Ulrich Kloos erreichte, war für uns schnell klar, dass wir helfen wollen“, betont Hell. „Als Genossenschaftsbank liegt es uns besonders am Herzen, uns für die Region und die Menschen, die hier leben – und zwar alle Menschen – zu engagieren“, fährt er fort. Seit dem 1. April 2017 bewohnen die jungen Eltern mit ihren sechs Kindern im Alter zwischen null und achtzehn Jahren das ehemalige Bürogebäude der Volksbank in Wiblingen. Zuvor waren sie im katholischen Gemeindehaus Martinusheim untergebracht, wo sich die Großfamilie die Räumlichkeiten mit zwei weiteren Familien teilte.

In den meisten deutschen Städten herrscht akuter Wohnraum-Mangel für die Unterbringung von Flüchtlingen. In Flüchtlingsheimen leben auf engstem Raum eine große Anzahl geflohener Menschen unterschiedlichster Herkunftsländer. Ziel ist, dass die Betroffenen, die eine langfristige Bleibeperspektive haben, in eigene Räumlichkeiten umziehen – was sich durch den Mangel an verfügbaren Wohnungen oftmals nur schwer in die Realität umsetzen lässt. „Wir sind sehr dankbar darüber, dass uns die Volksbank bei der Unterbringung der Familie geholfen hat und sie somit die Möglichkeit haben, hier neue Lebensperspektiven zu entwickeln“, freut sich der Dekan.

Soziale Verantwortung übernehmen

Heimatlose Menschen zu unterstützen und ihnen bei dem schwierigen Neustart in einer fremden Kultur zu helfen, nimmt eine immer wichtiger werdende Rolle in der heutigen multikulturellen Gesellschaft ein. Die Unterstützung der irakischen Familie ergänzt das bisherige Engagement der Bank in der Flüchtlingsarbeit. So kam beispielsweise über das Integrationsprogramm der IHK Ulm „Flüchtlinge in Ausbildung und Beschäftigung“ im Oktober letzten Jahres Yazan Ali zur Volksbank Ulm-Biberach eG: Der aus Syrien stammende 24-Jährige absolvierte eine Einstiegsqualifizierung zum Finanzassistenten und begann im September seine Ausbildung bei der Genossenschaftsbank. Denn nicht nur ein fester Wohnsitz ist eine wichtige Voraussetzung dafür, sich in einem fremden Land zu Hause fühlen zu können und sich in einer Gesellschaft erfolgreich zu integrieren. Das Erlernen der deutschen Sprache, feste Arbeitsverhältnisse sowie das Zusammenführen der Flüchtlinge mit den ortsansässigen Bürgern sind unerlässlich und zählen somit zu den Hauptaufgaben des ehrenamtlichen Helferkreises in Wiblingen.

Weitere helfende Hände gesucht

Der Helferkreis in Wiblingen besteht derzeit aus 15 Personen, welche sich auf ehrenamtlicher Basis aktiv in der Flüchtlingshilfe engagieren. Der Aufgabenbereich des Helferkreises ist vielseitig – die Begleitung bei Behördengängen, die Unterstützung bei alltäglichen Dingen wie Einkaufen oder Friseurbesuche, aber auch Vorlesestunden oder das Organisieren von Ausflügen für die Kinder – um nur einen kleinen Einblick in die Tätigkeiten zu geben. „Jede helfende Hand ist wichtig und herzlich willkommen. Wir sind dankbar über jeden Einzelnen, der sich aktiv einbringen möchte“, betont Barth. Interessierte können sich direkt beim Pfarrbüro der Seelsorgeeinheit melden. Dekan Kloos ergänzt: “Außerdem freuen wir uns über Unternehmen, die Praktikumsplätze an Flüchtlinge vergeben und ihnen damit die Chance auf Integration in der Arbeitswelt bieten.“