Login Banking & Brokerage
Aufsichtsrat Christoph Ulrich

Inside Aufsichtsrat

Christoph Ulrich

„Fortschritt aus Tradition“ – Christoph Ulrich über Medizintechnik, Verantwortung und warum Zeitungspapier manchmal besser funktioniert als jeder Algorithmus

Christoph Ulrich führt ulrich medical in vierter Generation. Das Unternehmen entwickelt Implantate für die Wirbelsäule und Geräte für die Radiologie. Als Aufsichtsratsmitglied bringt der junge Geschäftsführer außerdem auch unternehmerische Perspektiven in die Volksbank Ulm-Biberach ein. Ein Gespräch über seine Arbeit im Krankenhaus, Digitalisierung als Pflichtprogramm und die Frage, wie man ein Familienunternehmen durch Zeiten steuert, in denen sich alles verändert.

Inside Aufsichtsrat - Christoph Ulrich • Länge: 01:20 • Veröffentlicht: 07.05.2026

https://atruvia.scene7.com/is/content/atruvia/Inside_Aufsichtsrat_Christoph_Ulrich_mT

Transkript anzeigen

https://atruvia.scene7.com/is/content/atruvia/Inside_Aufsichtsrat_Christoph_Ulrich

Video von Aufsichtsrat Christoph Ulrich

Christoph Ulrich
im Interview

Aufsichtsrat Christoph Ulrich

„Ich bin da reingewachsen“

Herr Ulrich, wer sind Sie und was machen Sie?

Ich bin Christoph Ulrich, geschäftsführender Gesellschafter von ulrich medical. Wir sind im Bereich der Medizintechnik tätig. Ganz konkret entwickeln und fertigen wir Implantate für die Wirbelsäule und Geräte für die Radiologie.

Sie führen das Unternehmen in vierter Generation. War für Sie schon immer klar, wohin der Weg geht?

Wir hatten schon früh sehr viel Besuch bei uns. Ärztinnen und Ärzte und Händlerinnen und Händler aus der ganzen Welt. Da habe ich sehr früh die Passion, die Liebe zur Medizin und zur Technik gefunden. Ich bin da reingewachsen.

Ein Moment im Krankenhaus

Was hat Sie als Unternehmer am meisten geprägt? Eine Entscheidung, ein Moment, ein Mensch?

Noch vor meinem Betriebswirtschaftsstudium habe ich ein Praktikum im Krankenhaus gemacht, bei unserem Kunden. Ich durfte bei einer Wirbelsäulen-OP mit unseren Implantaten dabei sein. Danach konnte ich den Patienten auf der Station besuchen. Zu sehen, wie glücklich und geheilt dieser Mensch war, war ein beeindruckender Moment und hat mich wirklich geprägt. 

„Meine Bank fürs Leben“ – über Vertrauen in vier Generationen

Was bedeutet für Sie „Meine Bank fürs Leben“ als Unternehmer, Aufsichtsratsmitglied, aber auch privat?

Die Volksbank Ulm-Biberach eG begleitet uns seit der Gründung der Firma von 1912, vier Generationen lang. Das ist wirklich „Meine Bank fürs Leben“ an einem lebenden Beispiel. Die lange Zusammenarbeit ist nicht selbstverständlich. Und auch privat hat mich die Volksbank in verschiedenen Lebensbereichen begleitet.

Wo sehen Sie Parallelen zwischen Ihrer Unternehmensphilosophie und den Werten einer Genossenschaftsbank?

Sehr viele. Wir sind regional verwurzelt, aber weltweit unterwegs. Und die genossenschaftlichen Werte wie Offenheit, Fairness, Verantwortung, Vertrauen leben wir genauso im Unternehmen. Uns sind außerdem die Menschen wichtig: Fort- und Weiterbildung, das Gesundheitswesen und das Gesundheitsmanagement der Mitarbeitenden. Das sind sehr schöne Parallelen.

Unternehmerblick im Aufsichtsrat

Was bringen Sie mit Ihrem Unternehmerblick in den Aufsichtsrat ein? Wo sehen Sie Ihren Mehrwert?


Gerne teile ich meine Erfahrung, Medizinprodukte zu entwickeln, zu produzieren und weltweit zu vertreiben im Aufsichtsrat. Und wir sind ähnlich wie Banken eine sehr regulierte Branche. Trotzdem ist es mir persönlich wichtig, den Menschen, die Kundinnen und Kunden und die Mitarbeitenden nicht aus den Augen zu verlieren.

Digitalisierung: Chance, Pflicht, Herausforderung

Welche Rolle spielt die Volksbank in der Zukunft der Region – als Finanzpartner, als Impulsgeber?

Die Volksbank trägt große Verantwortung, zum Beispiel im Bereich der Baufinanzierung. Das Thema Wohnungsbau wird uns die nächsten Jahre weiterhin stark beschäftigen. Dafür benötigt es die Unterstützung der Banken. Eine weitere große Rolle spielt das Thema Nachhaltigkeit, welches die Volksbank bereits seit vielen Jahren fest in ihrer täglichen Arbeit verankert hat. Sie nimmt hier eine Vorbildrolle in der Region ein. 

Familienunternehmen und Generationenwechsel

Welche Themen oder Entwicklungen werden für Familienunternehmen in den nächsten Jahren entscheidend sein?

Für Unternehmen allgemein wird das die Digitalisierung, künstliche Intelligenz und auch Cyber Security sein. Für Familienunternehmen ist zusätzlich der Generationenübergang bedeutend. Das war schon immer wichtig, ist aktuell aber noch wichtiger, weil die nächste Generation ganz anders arbeitet und auch andere Medien einsetzt. Die Art zu arbeiten hat sich stark verändert. Das ist eine große Herausforderung. Auch werden Themen wie Lieferketten und Energie uns beschäftigen.

Vision: Innovation. Partner. Region.

Was ist Ihre größte Vision für ulrich medical, für die Region – oder auch persönlich?

Wir wollen auch in Zukunft bei ulrich medical innovative Medizinprodukte entwickeln und weltweit vertreiben. Dafür brauchen wir starke Partner. Die Volksbank Ulm-Biberach ist für uns genau so ein Partner – einer, der unsere Veränderungen und unser Tempo mitgeht. Das gibt uns Verlässlichkeit und Rückenwind. Und privat ist es mir wichtig, dass ich hier mit meiner Familie die schöne Region genießen kann.

Gibt es Orte, an denen Sie die Region besonders genießen können?

Ja, die Schwäbische Alb ist eines meiner Highlights.

Womit beginnen Ihre Tage?

Mein Tag beginnt immer mit einem Cappuccino und der gedruckten Südwest Presse. Handelsblatt und andere Sachen lese ich online, aber die Südwest Presse muss vor mir knistern. Dann beginnt der Tag gut.

Viele beschreiben Sie als traditionsbewusst und zukunftsorientiert. Ist das ein Spagat?

Ich finde es wichtig, aus der Vergangenheit zu lernen, aber sich immer an die Zukunft, an das Jetzt anzupassen und sich ständig zu verändern. Die Firma würde es nicht 113 Jahre lang geben, wenn wir uns nicht ständig angepasst hätten. Ein Leitspruch meines Vaters war schon immer: Fortschritt aus Tradition.

Ulm als Standort mit Zukunft

Ulm gilt als Innovationsstandort. Welche Chancen sehen Sie hier für die nächsten zehn Jahre?

Im Prognos Zukunftsatlas wurde Ulm als eine der zukunftsträchtigsten und lebenswertesten Regionen auf Platz 11 gerankt. Da sehe ich viele Chancen für die Region. Wenn wir weiter in Infrastruktur und in Wohnungsbau investieren, dann können wir qualifizierte Arbeitskräfte finden und halten. So bleibt Ulm eine lebenswerte Stadt und Region. Und wenn es den Unternehmen gut geht, geht es auch den Menschen gut.

Tipp an junge Unternehmerinnen und Unternehmer

Welche Tipps würden Sie jungen Unternehmerinnen und Unternehmern mit auf den Weg geben?

Mutig sein, aber trotzdem mit Bedacht und Weitblick. Gute Beraterinnen und Berater sowie Beiräte zur Unterstützung heranziehen und ein großes Netzwerk pflegen. Natürlich gehören auch kalkulierte Risiken und ein bisschen Glück dazu. Und immer weiter versuchen, weiterbilden, sich anpassen und neugierig sein. Dann ist Unternehmertum etwas ganz Tolles.

Über uns

Erfahren Sie mehr über uns. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

Mitgliedschaft

Mitwissen, mitbestimmen, mitverdienen – das ist unser Angebot an unsere Mitglieder.

Termin vereinbaren

Mit unserer Online-Terminvereinbarung buchen Sie schnell und einfach Ihren Wunschtermin bei uns.