Login Banking & Brokerage
Aufsichtsrat Günter Zeller

Inside Aufsichtsrat

Günter Zeller

Zwischen Krise und Zuversicht: Warum Wohnen heute neu gedacht werden muss

Günther Zeller ist seit fast drei Jahrzehnten eine feste Größe in der regionalen Bau- und Immobilienwelt. Als Geschäftsführer der arche wohna GmbH prägt er Wohnprojekte in Biberach, Riedlingen, Bad Schussenried und weit darüber hinaus. Gleichzeitig bringt er seine Erfahrung im Aufsichtsrat unserer Volksbank Ulm-Biberach eG ein – mit einem klaren Blick für das, was Menschen und Regionen wirklich brauchen: bezahlbaren Wohnraum, Planungssicherheit und verlässliche Partnerschaften.

Inside Aufsichtsrat - Günter Zeller • Länge: 01:45

https://atruvia.scene7.com/is/content/atruvia/Inside_Aufsichtsrat_Guenter_Zeller

Transkript anzeigen

https://atruvia.scene7.com/is/content/atruvia/Inside_Aufsichtsrat_Guenter_Zeller_mT

Video von Aufsichtsrat Günter Zeller

Günter Zeller
im Interview

Aufsichtsrat Günter Zeller

Nachhaltig wohnen, früh vorsorgen: Wege ins eigene Zuhause trotz hoher Kosten

Herr Zeller, nachhaltiges Bauen ist ein großes Thema – wirtschaftlich, ökologisch und sozial. Was bedeutet Nachhaltigkeit für Sie ganz konkret?

Wohnen ist ein Grundbedürfnis. Nachhaltiges Bauen heißt für mich zuerst: Wohnen muss bezahlbar bleiben. Das betrifft Baukosten, Baulandpreise und auch den staatlichen Zugriff – der Staat verdient am Bauen sehr gut mit. Wenn er sich nicht ein Stück zurücknimmt, wird noch weniger gebaut. Die aktuellen Zahlen bei Baugenehmigungen und Baufertigstellungen machen mir tatsächlich Sorge.

Gleichzeitig hatten wir in den letzten Jahren enorme Unsicherheit: ständig neue Regeln für Heizungen, wechselnde KfW-Standards, unklare Förderprogramme. Für ein Projekt mit zweieinhalb bis drei Jahren Vorlaufzeit ist fehlende Planungssicherheit Gift.

Ökologisch ist vieles gut gedacht, aber mir fehlt oft die Gesamt-Ökobilanz. Ich bin nicht sicher, ob alle geforderten Standards tatsächlich nachhaltig sind. Sicher ist nur: Sie treiben die Kosten nach oben. Und dann müssen junge Familien ihre Wohnträume kleiner träumen – oder ganz aufgeben. Das halte ich langfristig für gefährlich.

Was raten Sie jungen Menschen, die sich Wohneigentum aufbauen möchten?

Früh anfangen. Mit kleinen Raten, einem Sparplan, vielleicht erst mit einer Ein- oder Zweizimmerwohnung. Die Immobilie muss man nicht sofort selbst bewohnen – sie kann vermietet werden, verkauft oder später vergrößert werden.

Ich spreche darüber auch oft mit meinen eigenen Kindern. Wer beruflich irgendwann in einer Stadt wie München landet, reibt sich bei den örtlichen Mieten und Immobilienpreisen schnell die Augen. Ohne ein gewisses eigenes Fundament wird es dann wirklich schwierig. Deshalb mein Rat: früh anfangen zu sparen, klein einsteigen und Schritt für Schritt etwas aufbauen – wenn nötig auch mit Unterstützung von Eltern oder Großeltern.

Verankert in der Region: Vertrauen wächst durch Nähe und Verlässlichkeit

In Ihrem Beruf spielt Vertrauen eine zentrale Rolle. Wie entsteht dieses Vertrauen bei Kundinnen und Kunden und Partnern?

Wir sind seit fast 30 Jahren in der Region unterwegs. Man kennt uns, man kennt die Marke arche wohna. Wir sind regional engagiert, in Service-Clubs, Vereinen, sozialen Projekten. Das spricht sich herum: Liefert jemand ab oder nicht?

Wir arbeiten bewusst regional, weil Nähe für uns entscheidend ist – zu den Menschen, den Kundinnen und Kunden, den Baustellen. Viele unserer Kundinnen und Kunden kommen mehrfach zu uns, für Beratung, Planung oder den Kauf einer weiteren Wohnung. Das ist für mich der beste Vertrauensbeweis.

Viele Unternehmen spüren aktuell Unsicherheit: Baukosten, Zinsen, Fachkräftemangel, geopolitische Krisen. Wie gehen Sie persönlich damit um?

Wir leben in einer Zeit der Multikrisen. Corona, Krieg, Lieferkettenprobleme, explodierende Zinsen, hohe Inflation – jede einzelne Krise wäre schon Thema genug. Aber in den letzten fünf Jahren gab es keine echte Erholungsphase.

Das spüre ich bei Unternehmern, bei Familien, bei Jugendlichen. Viele sind verunsichert. Entscheidungen werden vorsichtiger getroffen. Gleichzeitig wünsche ich mir wieder mehr Mut. Wirtschaft entsteht zu einem großen Teil im Kopf. Wenn wir uns nur auf die Krisen fokussieren, bremsen wir uns selbst aus.

Mein Wunsch: kühlen Kopf bewahren, Krisen ernst nehmen, aber den Aufschwung im Kopf wieder zulassen.

Mit Blick nach vorn: Ein Aufsichtsrat für starke Strategien und gelebte Kundennähe

Sie sind Mitglied im Aufsichtsrat der Volksbank Ulm-Biberach eG. Was hat Sie motiviert, dieses Amt zu übernehmen?

Mich hat gereizt, über den Tellerrand zu schauen: Wie arbeitet eine große regionale Bank mit über fünf Milliarden Euro Bilanzsumme? Wie werden Strategien entwickelt, Weichen gestellt, Risiken bewertet?

Dazu kommt: Ich habe großartige Aufsichtsratskolleginnen und -kollegen – von der Arbeitnehmer- wie von der Arbeitgeberseite. Da gibt es viel Austausch, viele gute Gespräche. Man bringt eigene Themen ein, bekommt Perspektiven aus anderen Branchen zurück.
Ich bin ein ausgeprägter Team-Mensch. Nur im stillen Kämmerlein zu arbeiten – das wäre nicht meine Welt.

Was unterscheidet die Volksbank Ulm-Biberach eG aus Ihrer Sicht von Großbanken?

Die einfache Antwort lautet: Nähe. Die Volksbank ist vor Ort. Ich kann hier in Biberach zu Fuß in die Bank gehen. In Ulm, Ravensburg, Bad Wurzach, Illertissen – überall gibt es Geschäftsstellen, Niederlassungen. Diese regionale Verwurzelung ist entscheidend.

Entscheidungen werden nah am Kunden getroffen. In Großbanken laufen viele Entscheidungen über Distanz. Da kennt man sich oft nicht persönlich.

Bei Volksbanken und Raiffeisenbanken zählt beides: Zahlen, Daten, Fakten und der Mensch dahinter. Der Mensch bekommt sogar ein persönliches Rating. Das halte ich für unabdingbar.

Der Leitspruch der Volksbank lautet „Meine Bank fürs Leben“. Was verbinden Sie persönlich damit?

Das ist ein starker Begriff. „Fürs Leben“ ist ein weiter Horizont – er reicht im Grunde bis ans Lebensende.

Für mich bedeutet das: langfristige, verlässliche Beziehungen – sowohl bei Kundinnen und Kunden als auch bei Mitarbeitenden. Ich kenne Kundinnen und Kunden, die seit Jahrzehnten bei der Volksbank sind. Und ich kenne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die 20, 30 oder 40 Jahre Betriebsjubiläum feiern.

Ich selbst hatte früher mehrere Bankverbindungen. Heute habe ich eine: „Meine Bank fürs Leben“.

Vertrauen, Verlässlichkeit, Nähe – sind das für Sie nur Schlagworte oder gelebte Haltung?

Für mich ist das gelebte Haltung. Wenn ich ein Darlehen aufnehme, muss ich mich öffnen. Das kann ich nur, wenn Vertrauen da ist – zu der Person, die mir gegenübersitzt.

Wenn ich meine Ansprechpartnerin oder meinen Ansprechpartner bei der Volksbank vom Wochenmarkt, vom Weihnachtsmarkt oder aus dem Verein kenne, entsteht Nähe – in beide Richtungen. Ich kenne die Bank, die Bank kennt mich. Aus dieser Kombination aus sich kennen, sich öffnen und wertschätzend miteinander umgehen, entsteht am Ende ein gutes Ergebnis und die Sicherheit, auch größere Projekte mutig anzugehen.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft? Für die Region, für die Volksbank und für Ihr Unternehmen?

An erster Stelle: Frieden. Das klang lange selbstverständlich. Heute wissen wir, dass es das nicht ist.

Dann wünsche ich mir Mut und Zuversicht. Trotz Multikrisen, trotz bedrückender Schlagzeilen: Wir müssen sagen können: „Wir packen das!“ Wenn wir gut ausbilden, gute Teams bilden und gemeinsam anpacken, bekommen wir auch viel gestemmt.

Ich bin ein überzeugter Optimist – auch, weil ich Kinder und Enkel habe. Diesen Optimismus möchte ich weitergeben.

Über uns

Erfahren Sie mehr über uns. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

Mitgliedschaft

Mitwissen, mitbestimmen, mitverdienen – das ist unser Angebot an unsere Mitglieder.

Termin vereinbaren

Mit unserer Online-Terminvereinbarung buchen Sie schnell und einfach Ihren Wunschtermin bei uns.